Zwei junge Heilerziehungspfleger über ihre Wege ins Berufsleben

Markus Block und Matthias Meyer erzählen, wie sie den Beruf des Heilerziehungspflegers gewählt haben und wie sie ihren Weg in die WG Bullerbach gefunden haben.

Von außen wirkt die WG Bullerbach wie eine ganz normale Wohngemeinschaft am Stadtrand von Bielefeld. Drinnen aber spielt sich ein Arbeitsalltag ab, der gleichermaßen Routine wie auch Überraschungen bereithält: Bewohner beim Frühstück unterstützen, Arzttermine begleiten, Feste planen, Konflikte besprechen, Abendroutinen gestalten, Teamgespräche führen – und immer wieder lachen, zuhören, da sein. Für Markus Block (31) und Matthias Meyer (25) ist dieser Alltag mehr als ein Job: Er ist Berufung. Beide haben gerade ihre Ausbildung zum Heilerziehungspfleger abgeschlossen und sind zum 15. Juni fest ins Team der WG Bullerbach übernommen worden.

Dass sie einmal in einem sozialen Beruf landen würden, war für beide keineswegs selbstverständlich.

Vom Lehramt über die Schulbegleitung in die WG

Markus Block hat Abitur gemacht und anschließend Lehramt studiert. „Aber irgendwann habe ich gemerkt: Das ist nicht das, was ich machen möchte“, erzählt er. Er jobbte als Persönlicher Schulbegleiter für die GfS, die Gesellschaft für Sozialarbeit Bielefeld e.V. Der erste Eindruck habe ihn überrascht: „Hier kann man mitreden und mitgestalten, auch als Praktikant oder Auszubildender. Alles läuft auf Augenhöhe.“

In seiner Ausbildung lernte Block verschiedene Bereiche kennen – von der Schulbegleitung bis zur Arbeit im Intensiv Ambulant Betreuten Wohnen in der WG Bullerbach. Besonders gern erinnert er sich an die WG-Treffen mit den Bewohnern, die er zusammen mit der Teamleitung Annabelle Bressem leitete: „Da konnte ich moderieren, Themen einbringen, diskutieren. Das hat mir Spaß gemacht, weil es mich auch an das Lehramtsstudium erinnert hat – nur eben praktischer, unmittelbarer.“
Heute ist er fest im Team angekommen. „Natürlich fühlt es sich anders an, jetzt Angestellter zu sein. Man merkt, dass die Verantwortung größer wird. Aber ich bin auch selbstbewusster und habe von Anfang an das Gefühl gehabt, ernst genommen zu werden. Das motiviert mich sehr.“

Vom Metallbauer zum Heilerziehungspfleger

Noch steiler verlief der Weg bei Matthias Meyer. Nach der Schule begann er eine Ausbildung zum Metallbauer, merkte aber schnell: Das ist nicht sein Leben. Stattdessen absolvierte er ein Freiwilliges Soziales Jahr als Integrationshelfer in der Persönlichen Schulbegleitung der GfS – und blieb.

„Im FSJ habe ich die WG Bullerbach kennengelernt, und mir war klar: Das ist der richtige Ort für mich.“ Er entschied sich für die Ausbildung zum Heilerziehungspfleger, musste sie aus persönlichen Gründen nach zwei Jahren unterbrechen – und kam ein Jahr später zurück. „Gerade das hat mir gezeigt, dass es genau mein Beruf ist. Ich habe gemerkt, was mir gefehlt hat.“

Meyer liebt die kleinen Momente: alltägliche Gespräche mit den Bewohnern, gemeinsames Lachen, spontane Situationen. „Es ist wie mit guten Bekannten – man kennt sich einfach sehr gut. Diese humorvolle Dynamik miteinander und die alltägliche Begleitung der Bewohner bereiten mir bis heute am meisten Freude.“ Auch die Unterstützung durch das Team habe ihm geholfen, dranzubleiben: „Man kann immer alles ansprechen – Wünsche, Fehler, Probleme. Das macht viel aus.“

„Ein großes Glück, sie nun als Kollegen zu haben“

Annabelle Bressem, die als Teamleiterin die Praxisanleitung übernommen hat, verfolgt die Entwicklung der beiden seit Jahren. „Es ist beeindruckend zu sehen, wie Markus und Matthias in den letzten Jahren gewachsen sind – fachlich, aber vor allem auch menschlich. Beide bringen eigene Lebenswege, Stärken und Erfahrungen mit, und genau das bereichert unser Team und die Bewohner der WG Bullerbach enorm. Für mich ist es ein großes Glück, sie nun als feste Teammitglieder an der Seite zu haben.“

Ein Beruf für Menschen mit Menschen

Beide sind überzeugt: Wer Lust hat, mit Menschen zu arbeiten, sollte den Schritt in die Heilerziehungspflege wagen. „Einfach ausprobieren – Praktikum, FSJ, Ausbildung. Selbst wenn es am Ende nicht passt, nimmt man Erfahrungen fürs Leben mit“, sagt Block.

Meyer ergänzt: „Man sollte keine Scheu vor Nähe oder Pflege haben. Und man sollte neugierig sein auf andere Lebenswelten. Jeder Tag hier ist anders – und das macht den Beruf so spannend.“

Die GfS bietet vielfältige Einstiege – von Praktika über FSJ bis zur Ausbildung. Mit knapp 1.000 Beschäftigten gehört sie in Bielefeld zu den großen konfessionslosen Trägern sozialer Arbeit. Hier werden junge Fachkräfte gebraucht – und sie finden ein Team, das auf Augenhöhe arbeitet.

Oder, wie Markus Block es formuliert: „Der Moment, wenn man merkt, dass man wirklich gebraucht wird – das ist das Schönste an diesem Beruf.“

Gesellschaft für Sozialarbeit Bielefeld e.V.
Am Zwinger 2-4, 33602 Bielefeld

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Montag bis Freitag, von 8 bis 17 Uhr

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