Wenn Mutter und Tochter Kolleginnen werden

Anna Sandmann startet ihre Ausbildung bei der GfS – und trifft dort auf ein vertrautes Gesicht: Ihre Mutter Sabina Sandmann arbeitet seit einem Jahr im Fachbereich Kaufmännische Dienste. Für beide ist der gemeinsame Berufsalltag etwas Besonderes.

Ein Vormittag in der Zentrale der GfS: Während Anna und Sabina Sandmann für Fotos vor der Kamera stehen, schaut eine Kollegin kurz zur Tür herein. Mit dem Umzug des Betreuungsvereins an den Hauptsitz, erzählt sie, werde es am Empfang künftig lebhafter. Mehr spontane Besuche, mehr unterschiedliche Menschen, mehr Situationen, die sich nicht planen lassen – vielleicht sogar kurz vor Feierabend. Anna und Sabina hören aufmerksam zu. Statt Skepsis zeigen sie Vorfreude. Genau diese Vielfalt, sagen sie später, mache den Reiz ihrer Arbeit aus.

Nach dem Abitur wusste die 19-jährige Anna zunächst nicht, wohin ihr Weg führen sollte. Dass ihre Mutter bei der GfS arbeitet, brachte sie auf die Idee, sich das Unternehmen anzusehen – entschieden hat sie sich aus einem anderen Grund.

„Meine Mutter hat mir erzählt, wie toll das Arbeitsklima hier ist. Dann dachte ich mir: Wieso nicht?“, sagt sie. Ausschlaggebend war für sie vor allem die Verbindung von kaufmännischer Arbeit und sozialem Engagement. Schon als Jugendliche engagierte sie sich bei der Evangelischen Jugend, betreute Kinder bei Freizeiten und Zeltlagern. „Ich finde es schön, dass man hier mit und für Menschen arbeitet. Auch wenn ich nicht direkt in der Betreuung bin, hilft meine Arbeit ja trotzdem.“

Eine kaufmännische Ausbildung, bei der Menschen im Mittelpunkt stehen

Während ihrer Ausbildung lernt Anna Sandmann verschiedene Bereiche kennen – vom Empfang über die Personalabteilung bis zur Leistungsabteilung. Besonders freut sie sich auf den Empfang. „Da hat man ganz unterschiedliche Aufgaben, nimmt Telefonate an und hilft Menschen mit ihren Fragen.“
Für sie liegt genau darin der Unterschied zu vielen anderen kaufmännischen Ausbildungen: Hinter jedem Anruf, jedem Antrag und jeder Akte stehen Menschen mit ganz unterschiedlichen Lebenssituationen.

Auch Sabina Sandmann sieht darin die besondere Stärke der Ausbildung. „Die GfS bietet viele verschiedene Aufgaben und Bereiche. Wenn man seine sozialen Kompetenzen erweitern und Berührungsängste abbauen möchte, kann man hier viel lernen.“

Kolleginnen statt nur Mutter und Tochter

Dass sie künftig auch Kolleginnen sind, empfinden beide als Bereicherung. Natürlich müsse Berufliches und Privates getrennt bleiben. „Sie wird genauso wie jeder andere Auszubildende auch jegliche Unterstützung von mir bekommen, die sie braucht“, sagt Sabina Sandmann.

Gleichzeitig freut sie sich darüber, dass ihre Tochter ihren eigenen Weg gefunden hat. „Das rührt mich, dass sie das hier machen möchte.“ Besonders wichtig ist ihr, dass Anna die Ausbildungsstelle aus eigener Kraft bekommen hat. „Nicht durch Vitamin B oder sonst etwas, sondern weil sie selbst überzeugt hat.“

Auch Anna Sandmann sieht den gemeinsamen Arbeitsplatz vor allem als Unterstützung. „Ich habe jemanden, den ich schon kenne und den ich etwas fragen kann.“ Gleichzeitig möchte sie sich ihren Platz im Unternehmen selbst erarbeiten.

Den eigenen Weg finden

Anna Sandmann ist eine von drei Schwestern – Drillinge. Dass sie sich für diese Ausbildung entschieden hat, war das Ergebnis eines längeren Entscheidungsprozesses. Deshalb hat sie einen Rat für andere Schulabgänger: „Man sollte sich nicht zu sehr unter Druck setzen, wenn man noch nicht weiß, was man machen möchte.“

Eine Ausbildung bei einer sozialen Organisation könne viele Möglichkeiten eröffnen. „Ich glaube, für jede Person lässt sich der passende Arbeitsbereich finden.“

Für Anna Sandmann beginnt nun ein neuer Lebensabschnitt – mit ihrer Mutter an der Seite, aber vor allem mit der Aussicht auf einen Beruf, in dem Organisation und Menschlichkeit zusammengehören.

 

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