Am vergangenen Samstag feierte sie – nach pandemiebedingter Pause – ein erfolgreiches Comeback in den Räumen unserer Kontaktstelle an der Herforder Straße.
Mehr als 300 gespendete Artikel wechselten innerhalb kürzester Zeit den Besitzer. Vom riesigen Kuschelteddy über Kunstobjekte aus Glas bis hin zu Büchern, Dekoartikeln und skurrilen Alltagshelfern war alles dabei. Am Ende stand nicht nur ein lebendiger Nachmittag mit mehr als 150 Gästen und viel Humor, sondern auch ein starkes Ergebnis: rund 1.190 Euro Spendenerlös für einen guten Zweck.
Auch aus Politik und Stadtgesellschaft kam Unterstützung: Bundestagsabgeordnete Britta Haßelmann ersteigerte gemeinsam mit ihrem Mann Marcus Stichmann zwei dekorative Kühe. Die beiden nahmen die Auktion mit Humor – die Kühe sollen weiter verschenkt werden und damit noch einmal Freude bereiten.
Eine Auktion, die mehr ist als Verkauf
Geleitet wurde die Versteigerung von Christian Presch, der vielen in Bielefeld als leidenschaftlicher Auktionator bekannt ist. Mit Witz, Fachkenntnis und einem feinen Gespür für sein Publikum brachte er wirklich jedes Objekt „an den Mann oder die Frau“. Selbst spontane Überraschungen – etwa Inhalte, die sich als etwas ganz anderes entpuppten als erwartet – sorgten eher für Lacher als für Irritationen.
Dass am Ende kein einziges Auktionat übrig blieb, zeigt, wie gut das Konzept aufgegangen ist. Viele Gäste kamen gezielt wegen der besonderen Atmosphäre: ein bisschen Trödel, viel Unterhaltung und vor allem das Wissen, mit dem eigenen Gebot etwas Sinnvolles zu unterstützen.
Zitat von Christian Presch auf Facebook:
„Es war eine Versteigerung mit viel Spaß auf allen Seiten. Gemeinsam mit meinem Assistenten Jochen Hoffmann konnten wir in nur zwei Stunden alle gespendeten Gegenstände restlos versteigern. Der Einsatz der Mitarbeiter*innen der GfS und die tolle Versorgung mit Speisen und Getränken haben entscheidend zum Gelingen beigetragen. Für uns alle ist klar: Diese Tradition wollen wir hier fortsetzen – wir sehen uns im nächsten Jahr wieder. Und der Kiosk am Siegfriedplatz freut sich über ein großartiges Ergebnis von 1.190 Euro.“
Warum die Kontaktstelle der richtige Ort ist
Die diesjährige Auktion fand erstmals in der Kontaktstelle der Gesellschaft für Sozialarbeit Bielefeld (GfS) statt – ein Ort, der wie geschaffen ist für Begegnung und Teilhabe. Die Kontaktstelle ist eine wichtige Anlaufstelle und ein Treffpunkt für Menschen mit einer psychischen Erkrankung und / oder Suchterkrankung sowie für Menschen, die psychische Krisen erlebt haben. Das Angebot ist niedrigschwellig und richtet sich an alle – ganz unabhängig davon, ob jemand mit oder ohne Betreuung lebt. Auch Freunde, Angehörige sowie interessierte Bürger sind in der Kontaktstelle herzlich willkommen.
Neben der Auktion gab es Waffeln und warme Getränke – und vor allem viele Gespräche. Genau solche offenen Begegnungen gehören zum Selbstverständnis der Kontaktstelle und machen sie zu einem lebendigen Ort mitten in der Stadt.
Der Erlös: Unterstützung für den Kiosk am Siegfriedplatz
Der gesamte Erlös der Auktion kommt dem Kiosk am Siegfriedplatz („Siggi“) zugute, einem von der GfS betriebenen inklusiven Projekt. Dort arbeiten unter anderem Menschen mit psychischen Erkrankungen oder Suchterkrankung in einem geschützten und zugleich sehr sichtbaren Arbeitsumfeld. Der Kiosk ist Treffpunkt, Arbeitsplatz und Versorgungsort zugleich – fest verankert im Stadtteil.
Die Spendensumme soll unter anderem in neue Beleuchtung investiert werden und damit ganz konkret zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen beitragen.
Ein gelungener Neustart – und eine Fortsetzung in Sicht
Für alle Beteiligten war die Veranstaltung ein voller Erfolg: große Resonanz, viele Besucher und eine spürbar positive Stimmung. Gleichzeitig wurde die Kontaktstelle als Ort weiter bekannt gemacht – etwas, das uns als GfS besonders freut.
Ohne Christian Presch und das Engagement von Anke Schmidt, stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende, wäre die Wiederauflage der Weihnachtsgeschenke-Recyclingversteigerung in dieser Form nicht möglich gewesen. Mit viel persönlichem Einsatz, Organisationstalent und einem starken Netzwerk hat sie den Neustart maßgeblich unterstützt. Ebenso trug das engagierte Team der Kontaktstelle und Tagesstätte und der ehemalige stellvertretende Fachbereichsleiter und Vorsitzender des Vereins Rund um den Siggi e.V., Jochen Hoffmann entscheidend zur gelungenen Atmosphäre bei. Auch das WESTFALEN-BLATT und die Neue Westfälische, Radio und Fernsehen (ab Minute 5:20) waren vertreten.
„Für mich war es die beste Weihnachtsgeschenke-Recyclingversteigerung überhaupt. Zu sehen, wie viele Menschen zusammengekommen sind, wie viel Freude entstanden ist und wie stark das Ergebnis für den guten Zweck ausgefallen ist, war einfach großartig. Das hat nur funktioniert, weil so viele – haupt- und ehrenamtlich – mit Herzblut dabei waren“, sagt Anke Schmidt.
Schon jetzt steht fest: Die Weihnachtsgeschenke-Recyclingversteigerung soll auch im kommenden Jahr wieder hier stattfinden. Wir freuen uns darauf, diese besondere Tradition fortzuführen – mit skurrilen Geschenken, engagierten Menschen und einem klaren sozialen Mehrwert.









