Am 21. November 2025 wurde der neue Standort der Kontaktstelle LebensRäume und Tagesstätte LebensRäume am Willy-Brandt-Platz offiziell eingeweiht. Der Umzug aus dem früheren Karstadt-Gebäude, der bereits im Jahr 2024 vollzogen worden war, fand damit seinen feierlichen Abschluss. Für viele Besucher wie auch für die Mitarbeiterschaft war es ein besonderer Moment – Abschied und Aufbruch zugleich.
Ein Ort mit Geschichte – und Zukunft
Über Jahrzehnte hinweg befand sich die Tagesstätte und die Kontaktstelle in der Friedenstraße, in einem Gebäude, das zwar in die Jahre gekommen war, aber für viele ein vertrauter Anlaufpunkt blieb. Mit dem Auszug von Karstadt wurde deutlich, dass ein Neuanfang bevorstand. Das ehemalige Kartoffelhaus bot sich als neuer Standort an – zentral gelegen, hell und offen. Heute stehen dort rund 600 Quadratmeter barrierefreie Fläche zur Verfügung, die Raum für Begegnung, kreative Angebote, Gespräche und Rückzugsmöglichkeiten bietet. Viele empfinden den neuen Ort als Aufwertung und als Zeichen von Wertschätzung für die Arbeit und die Menschen, die hier zusammenkommen.
Der Umzug war jedoch mit großen Herausforderungen verbunden. Für viele Besucher, die krankheitsbedingt besonders sensibel auf Veränderungen reagieren, war diese Zeit nicht leicht. „Über Monate hinweg haben Mitarbeiter*innen und Besucher*innen den Umzug sowie die Einrichtung und Gestaltung der neuen Räume – einschließlich verschiedener Baumaßnahmen – parallel zum laufenden Betrieb gestemmt und ertragen. Das war eine enorme Herausforderung und verdient besondere Anerkennung“, betont Thorsten Buick.
Entwicklung über Jahrzehnte
Die Wurzeln der „LebensRäume“ reichen bis in das Jahr 1988 zurück. Seitdem hat sich die Einrichtung kontinuierlich weiterentwickelt und ihre Angebote immer wieder an die Bedürfnisse der Menschen angepasst. Freizeitorientierte Gruppen, Begegnungsmöglichkeiten im Alltag und die 2006 gestartete „Virtuelle Tagesstätte“ gehören ebenso dazu wie zusätzliche Plätze, die 2013 geschaffen wurden. Trotz aller Veränderungen blieb eines konstant: der niederschwellige, zugewandte Ansatz und das Ziel, Teilhabe und Selbstbestimmung zu stärken. „Wenn etwas Neues beginnt, ist dies eine gute Gelegenheit, auf unsere bewegte Geschichte zurückzublicken“, sagte Fachbereichsleiter Thorsten Buick bei der Einweihung.
Feierliche Einweihung und finanzielle Unterstützung
Die Eröffnungsfeier spiegelte genau das wider, wofür die „LebensRäume“ stehen: Gemeinschaft und Beteiligung. Neben Gästen, dem Aufsichtsrat und dem Vorstand kamen viele Besucher zusammen. Es wurde gemeinsam gegessen, gestaltet, gespielt und musiziert. Eine Diashow mit Eindrücken aus der vergangenen Zeit und musikalische Beiträge sorgten für eine lebendige, fast familiäre Atmosphäre. Möglich wurden die nötigen Umbauten und die neue Ausstattung durch die Unterstützung der Stiftung Wohnhilfe, der Aktion Mensch und der Sozialstiftung NRW. Ein von der Volksbank in Ostwestfalen, Ehepaar Heihoff und Thomas Fredebeul gespendeter Defibrillator, der im Rahmen der Feier übergeben wurde, zeigt darüber hinaus, wie wichtig das Thema Sicherheit in den neuen Räumen genommen wird.
Ausblick
Mit dem neuen Standort sind die Kontaktstelle und die Tagesstätte gut aufgestellt für die Zukunft. Die zentrale Lage und das moderne Umfeld sollen auch jüngere Menschen ansprechen und neue Zugänge ermöglichen. Für viele Menschen mit psychischen Erkrankungen oder Suchterfahrungen bleibt die Kontaktstelle ein wichtiger Halt im Alltag – nun in einem Umfeld, das Offenheit, Wertschätzung und gemeinsames Weitergehen sichtbar macht.





