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Mittendrin wohnen!

Mittendrin zu sein ist gerade für Menschen mit Behinderung wichtig. Kurze Wege zur Arbeit, zum Geschäft oder zur Bücherei bietet das 2011 gebaute Haus der GfS in der Kronenstraße. Die kleine Straße liegt in der Nähe der Ravensberger Spinnerei im Herzen der Stadt. Vom Haus aus sind Bus und Bahn schnell zu erreichen, genauso wie das nächste Kino, das Theater oder die Volkshochschule.

Die MieterInnen verfügen über einen modernen, individuell gestaltbaren und zugleich kommunikativen Lebensmittelpunkt. Die Wohnungen verteilen sich über rund 400 Quadratmetern auf zwei komplett barrierefreien Stockwerken. Sie sind auf neuestem Stand, sind mit einem Internetanschluss und den aktuellen technischen Hilfsmitteln ausgestattet. Sie sind lichtdurchflutet und verfügen über eine Terrasse oder einen Balkon.

Die Bedürfnisse der MieterInnen, allesamt RollstuhlfahrerInnen, stehen im Mittelpunkt. Die eigene Wohnung, in die niemand hineinreden kann, die Tür, die selbst geöffnet, aber auch geschlossen werden kann: Selbstbestimmung ist wichtig.

Gemeinschaft zählt
Die GfS fördert die Gemeinschaft im Haus. Im Freizeit- und Begegnungsraum im ersten Stock kommen die MieterInnen zusammen, soweit sie von der GfS begleitet und betreut werden. Der Raum ist, in Absprache, ein Ort zum Feiern, für Veranstaltungen und für Begegnungen. Ausgestattet unter anderem mit einer gemütlichen Sitzecke, einer behindertengerechten Küche und einem eigenen WC, nutzen ihn die MieterInnen zum gemeinschaftlichen Kochen, Basteln, Diskutieren und Spielen. Zum Gemeinschaftsbereich gehört auch ein Bereitschaftsraum für die Assistenzkräfte, die eine Versorgung rund um die Uhr sicherstellen.

Die MieterInnen finden durch das Wohnen in einem Haus, durch den Begegnungsraum, zueinander. Wie viel Gemeinschaft dabei entsteht, ist ganz allein ihre Sache.

Hanna Richter, MHanna Richterieterin: "Ich wohne gerne in dem Haus. Mir ist es wichtig, Kontakt zu anderen Menschen zu haben."

Von Anfang an wollte Hanna Richter einen Hund. Der Hund ist eine die und heißt Paula (siehe auch das Foto unten). Die einjährige Labrador-Hündin hat den Weg von einer Züchterfamilie in die Kronenstraße gefunden. Sie hat ein glänzend schwarzes, kuscheliges Fell, ist süß und verspielt und erfreut auch die anderen Mieter des Hauses.

 

 

Jenny Holschermann

Jenny Holschermann, Mieterin: "Ich hatte vorher nur über einen Pflegedienst Hilfe. Die Assistenzangebote hier im Haus sind neu für mich, genauso in einem solchen Haus zu wohnen. Inzwischen habe ich die Balance gefunden zwischen der Eigenständigkeit und Freiheit auf der einen und nützlichen Hilfen auf der anderen Seite."

Sozialverträgliche Mieten
Die GfS ist Eigentümerin des Hauses. Die Mietpreise sind auf einem sozialverträglichen Niveau. Auch Menschen, die von Grundsicherung leben, können sich die Wohnungen leisten. Möglich ist dies durch eine breit aufgestellte Finanzierung. Neben Eigenmitteln der GfS flossen auch Gelder der Aktion Mensch und der Stiftung Wohlfahrtspflege sowie ein Darlehen des Landes NRW in den Neubau.

Entstanden aus einer Projektgruppe
Das Hausprojekt ist maßgeschneidert auf die Bedürfnisse von Rollstuhlfahrern. Dies sichert die Vorgeschichte. Bereits 2007 aktivierte das damalige GfS-Projekt "Wohnformen der Zukunft - So will ich wohnen" Menschen mit Behinderung, über ihre eigene Wohnzukunft nachzudenken. Gemeinsam mit Expertinnen und Experten, Angehörigen und Freundinnen und Freunden entstand eine Ideenbörse der Wohnformen. Eine Hausgemeinschaft zu gründen war das konsequente Ergebnis des Projekts. Die GfS übernahm es, ein attraktives Angebot mitten in der Stadt zu erstellen.

 

 

Mittendrin Wohnen barrierefrei