Patrick Fischer, stellvertretender Leiter der Kita Sternsegler, kennt den Weg. In Corona-Zeiten betreten die Kinder der Gruppen die Kita über eigens gekennzeichnete Zugänge.

Kitas im Zeichen von Corona

27.08.2020

Das neue Kita-Jahr hat begonnen, seit dem 17. August ist der Regelbetrieb wieder in vollem Gange. Alle Kinder können wieder kommen – wenn auch unter besonderen Hygiene- und Abstandsregeln. Das war in den vergangenen Monaten nicht so. Von Mitte März bis Anfang Juni gab es einen Notbetrieb, was bedeutete, dass in einer kleinen Gruppe nur Kinder von Eltern aus sogenannten systemrelevanten Berufen betreut wurden. Für die GfS-Kita Weltenbummler in Jöllenbeck hieß das: Es gab eine Notbetreuung, zu der elf Kinder angemeldet waren – tatsächlich kamen nicht immer alle, es waren zwischen fünf und sieben Kinder am Tag – zwei Erzieherinnen waren in der Gruppe eingesetzt. Nach den ersten drei Wochen kamen immer mehr Kinder dazu – so viele, dass nach sechs Wochen die Gruppe aufgeteilt werden musste.

Ab dem 8. Juni waren die Kitas in NRW dann wieder für alle Kinder offen. Allerdings wurden im sogenannten eingeschränkten Regelbetrieb jeweils zehn Betreuungsstunden weniger angeboten, als eigentlich gebucht sind – zum Beispiel 25 statt 35 Stunden. Die Kinder haben sich trotzdem sehr gefreut auf ihre Stunden in der Kita. Endlich konnten sie wieder mit Gleichaltrigen spielen und auch ihre Bezugserzieher*innen wiedersehen. "Auch die Eltern waren sehr glücklich, ihre Kinder so strahlend abzugeben und abholen zu können. Da waren die verkürzten Buchungszeiten überhaupt kein Thema, sie waren dankbar, dass es überhaupt wieder Kita gab", sagt Patrick Fischer, stellvertretender Leiter der GfS-Kita Sternsegler, ebenfalls in Jöllenbeck.

Viele neue Regelungen, die zudem immer wieder neu angepasst wurden, haben den Alltag begleitet und sie wurden immer wieder neu angepasst. Das hat Unsicherheiten beim Team, bei den Eltern und auch den Kindern gebracht. "Grundsätzlich kann ich aber sagen, dass alle Beteiligten bei den Einschränkungen toll mitgemacht haben", sagt Kerstin Müller, die die Kita Weltenbummler leitet und eng mit der Kita Sternsegler kooperiert. So waren die Eltern sehr kooperativ und verständnisvoll.

Soziale Kontakte sind wichtig

Rückblickend ist aber auch deutlich geworden, wie wichtig die sozialen Kontakte für die Kinder mit den anderen Kindern sind. "Für sie bedeuteten die ersten Corona-Monate eine große Einschränkung. Ihre Tages- und Wochenstruktur hat sich völlig geändert. Hinzu kommt, dass sie ihre Freundinnen und Freunde in der Kita nicht mehr sehen konnten", berichtet Kerstin Müller, "aus unserer Perspektive bedeutete Corona auch, dass wir unsere Arbeit mit den Kindern unterbrechen mussten, beispielsweise beim Thema Selbstständigkeit".

Und die Kolleginnen und Kollegen? Zunächst gab es Unsicherheiten, die aber gemeinsam gemeistert werden konnten. "Wir sind als Team weiter zusammengewachsen", sagt Kerstin Müller, "es gab viele Dinge, die wir mit einem sehr sicheren Abstand leisten konnten". Dazu gehörten Dinge wie die Gestaltung von Wänden oder Arbeiten im Garten, um das pädagogische Umfeld weiter zu verbessern. "Wir haben auch viele Vorbereitungen für das nun angelaufene Kita-Jahr getroffen. Dazu gehörten das Schreiben von Entwicklungsdokumentationen, Portfolio-Ordnern und die persönliche fachliche Weiterbildung", ergänzt Kerstin Müller.

Toll unterstützt wurde das Team unter anderem von Walter Fette, Fachberater des Paritätischen und von Claudia Köhler, der Fachbereichsleitung der GfS. Was in der Krise auch geklappt hat: Keine Mitarbeiterin, kein Mitarbeiter musste in Kurzarbeit gehen. Das Land NRW hatte schnell deutlich gemacht, dass die Finanzierung über das Kinderbildungsgesetz in vollem Umfang weiter fließt. " Wir fühlten uns also Erzieher und Erzieherin in einem wichtigen Berufsfeld und bei der GfS bei einem sicheren Arbeitgeber, das hat uns zusätzlich motiviert", fasst Kerstin Müller zusammen.

Auch für die nächste Zeit gilt: Sicherheit zuerst

Was weiter gilt, sind die verschärften Hygienemaßnahmen. Für den Mehraufwand der Reinigungsarbeiten werden den Kitas vom Land so genannte Alltagshelfer*innen finanziert. Für die Kinder gilt weiterhin, dass die Kontakte zwischen Gruppen reduziert werden sollen. Das schränkt gruppenübergreifende Angebote ein. Viele Kitas nutzen weiterhin eine gruppenzugewiesene Toilette und einen gruppenbezogenen Eingang. Eltern sollen die Kita möglichst nicht betreten. Sie bringen ihre Kinder bis zur Tür und holen sie auch an der Tür wieder ab. Eltern, die ihre Kinder eingewöhnen, dürfen allerdings mit ins Haus. So bekommen die Kinder Sicherheit, zugleich wird der Abstand gewahrt.

Unterm Strich gab und gibt es viel zu berücksichtigen, zu planen und umzusetzen. "Wir, die beiden Kita-Teams in Jöllenbeck, haben die Krise aber bislang gut gemeistert", sagt Kerstin Müller, " es ist schön zu sehen, dass die Kinder mit so viel Freude und Begeisterung in den Tag starten und so toll mitmachen. Das macht unseren Job so wunderbar".

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