Mit dieser riesigen Zahnbürste ist garantiert: Heute wird das Zähneputzen nicht vergessen.

Die Weltenbummler-Kinder freuten sich über die Live-Musik in ihrem Garten.

Die Randale-Musiker hatten am Geräte-Schuppen Position bezogen.

Die einzelnen Kita-Gruppen ihrerseits hatten sich fein säuberlich getrennt über Terassen, Balkone und Sandkästen verteilt, um dabei zu sein.

Randale mit Sicherheitsabstand

11.07.2020

Man nehme zwei Gitarren, ein davon ein bißchen elektrisch verstärkt, ein Schlagkörper, eine Mundharmonika, eine Trompete, bringe Menschen an diese Instrumente und füge eine Stimme dazu. Das ist die musikalische Basis von Randale, einer Bielefelder Kinderband, die auf ihrer Kitatour Station in den GfS Kitas Weltenbummler und Sternsegler in Jöllenbeck machte.

"Im Garten vom Kindergarten" nennt die bundesweit aktive Band ihre Tour, die immerhin 40 Konzerte in Ostwestfalen umfasst. "Unsere Termine im Kreis Gütersloh werden wir allerdings nachholen müssen, dort ist ja wieder Lockdown", sagt Jochen Vahle, der für die Kinderrockband alle Texte und viele Melodien erfindet.

Das Prinzip der Tour ist einfach: Die Konzerte finden im Garten der Kitas statt und dauern genau eine halbe Stunde. Dann werden schnell die Sachen gepackt – vorwiegend unplugged ist es ja nicht viel – und mit dem Bulli geht es zur nächsten Kita. Jeden Tag ist ein anderer Stadtteil dran. Weil die Auftrittsorte nahe beieinander liegen, schaffen Randale so vier Auftritte pro Tag. Für die Band ist eine Gelegenheit, in Zeiten der abgesagten großen Konzerte, Geld zu verdienen und Kindern ein bisschen Freude zu bringen. Unterstützt wird die Tour durch "OWL zeigt Herz", die Bielefelder Gesellschaft für Wohnen und Immobiliendienstleistungen BGW und die Volksbank Bielefeld/ Gütersloh, so dass die Kosten für die Kita-Träger gering bleiben. In Jöllenbeck gab sogar das Bezirksamt noch was dazu.

Von den Hintergründen wissen die Kinder nichts. Sie werden sie auch nicht sonderlich interessieren. In der Kita Weltenbummler sie sehen eine gut gelaunte, ihnen zugewandte Ansammlung von vier mittelalten Männern, die zunächst vor dem Geräteschuppen herumstehen. Die Kinder können nicht zu ihnen, säuberlich gezogene Flatterbänder sorgen für einen reichlich bemessenen, corona-gemäßen Sicherheitsabstand.

Das macht aber offenbar nichts, denn die Kinder können die vier alten Jungs sehen und vor allem hören. Die Kita Weltenbummer ist zweistöckig, und so verteilen sich die Gruppen, namentlich die Krabben, Affen, Pinguine und Hummeln auf den Balkonen, Terrassen und auf der Sandspielfläche. Der tierische Funke springt unmittelbar beim ersten Lied über, das da für die Kita sehr passend "Alle Tiere haben einen Namen" heißt. Viele Kinder hüpfen und springen, auch Erzieherinnen und Erzieher wiegen sich im Schritt oder tanzen gleich mit. Die Stimmung ist ausgelassen und fröhlich. "Wir Affen machen auch in der Gruppe öfters mal Party", sagt die Erzieherin Irina Althoff-Schmidtgall, will heißen: CD-Player an und ab geht es. Und was drinnen geht, geht draußen allemal bei Live-Musik.

Randale bezeichnen sich selbst als Kinderrockband, ihre Lieder sind an diesem Vormittag aber eher sanft. Es geht um Tiere und einmal auch ums Zähneputzen. Die Band kannten die Kinder vorab gar nicht, was der Freude an der musikalischen halben Stunde aber kein Abbruch tat. Mitsingen geht auch so, wenn der Leadsänger Jochen Vahle entsprechend vorsingt. "Für uns war das wunderschön, ein Highlight vor der Sommerpause", sagt Kerstin Müller, die die beiden Kitas der GfS in Jöllenbeck leitet.

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