Maskenübergabe vor dem Treffpunkt Oberlohmannshof (v.l.n.r.): Ute Joachim (Stadtteilkoordinatorin Oberlohmannshof, GfS), Reinhard Heinrich (Bezirksbürgermeister), Atia Ali, Heinz Kirchner (Leiter Treffpunkt Oberlohmannshof, GfS) und Claudia Köhler (Leiterin Fachbereich Kinder, Jugend, Gemeinwesen, GfS).

"Etwas zurückgeben"

06.05.2020

Atia Ali hat vorher auch schon genäht, Vorhänge für die Wohnung oder Geschenkbeutel, die der Jürmker Integrationskreis JürIK auf dem Jöllenbecker Weihnachtsmarkt für einen guten Zweck verkaufte. Masken aber noch nie. Als sie davon hörte, dass der Fachbereich Kinder, Jugend, Gemeinwesen der Gesellschaft für Sozialarbeit (GfS) Masken für Kitas, den offenen Ganztag und Treffpunkte benötigte, wollte sie sofort loslegen. Eine Nähmaschine bekam sie vom JürIK zur Verfügung gestellt, doch Gummibänder fehlten. Auch das Kurzwarengeschäft in Jöllenbeck hatte zu, so dauerte es vier Wochen, bis die ersten 100 Meter Gummiband organisiert waren und sie endlich loslegen konnte.

Atia Ali lebt mit ihrem Mann und drei Kindern im Oberlohmannshof. Die Wohnung ist eng für fünf Menschen. Und so platzierte Atia Ali die Nähmaschine im Wohnzimmer. "So konnte ich beim Nähen nebenbei Fernsehen schauen", erzählt sie. 50 Masken pro Tag hat sie geschafft, tagsüber hat sie genäht, abends die Stoffe zugeschnitten. 200 Stück hat sie nun der GfS übergeben, weitere speziell für Kinder sollen folgen. "Deutschland hat mir viel gegeben, da will ich auch etwas zurückgeben", sagt sie, die 2015 flüchten musste und nach Jöllenbeck kam.

Für Claudia Köhler, Leiterin des Fachbereichs der GfS, ist die Aktion ein Beleg für die gute, trägerübergreifende Zusammenarbeit in Jöllenbeck: "Das Netzwerk zwischen Einrichtungen und Initiativen, unter Beteiligung vieler Ehrenamtlicher, bewährt sich in Jöllenbeck auch in der Corona-Krise".

Die Flüchtlingsinitative JürIK öffnet in normalen Zeiten wöchentlich ihr Begegnungscafé im CVJM-Haus, die dortige Mitarbeiterin Clauda Schmalhorst, zugleich JürIK-Mitglied, besorgte die Stoffe. Die Masken werden nun über den Fachbereich der GfS verteilt. "Wir freuen uns, der Bedarf ist da. Die einfachen Masken sind prima für unsere Einrichtungen, sie sind aus Baumwolle, können gewaschen und so oftmals verwendet werden". In Kürze soll es auch Masken für JürIK geben. Die wollen Frauen nähen, die an einem Nähkurs für Geflüchtete in Jöllenbeck beteiligt waren. Auch dort wird Atia Ali dabei sein. Die Masken wolle man an Geflüchtete weitergeben und sie dabei möglichst umfassend aufklären, was den Umgang mit dem Covid-19 Virus angeht, berichtet Reinhard Heinrich, Bezirksbürgermeister und JürIK-Mitglied.

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