Schauen sich im Treffpunkt noch mal gemeinsam ihren Film an (v.l.) Elissa, Lilly, Marwa, Filiz (Praktikantin), Farha, Renas, Leon. Auf dem Foto fehlt Awindar.

Bunte Welt gewinnt Filmpreis

15.11.2019

Eine Gruppe von sieben Kindern des Treffpunkts Oberlohmannshof hat das Motto der diesjährigen Videoaktionswochen "Eine Welt, die mir gefällt..." ernst genommen – und gewonnen. Ihren knapp zweiminütigen Film stellten sie unter das Motto "Unsere bunte Welt". Erst in schwarz-weiß aufgenommen, zeigen sie, was sie in der Welt nicht so toll finden, etwa eine Schule, in der jemand, der krank war, ganz viel Hausaufgaben nachholen muss. Doch dann geht es farbig weiter, das Regenbogenteam kommt ins Spiel, erkennbar an den bunten Armbändern. Das ist zuständig für die Wunschwelt. Die 8 bis 10-jährigen Kinder formulieren, was für eine Welt sie wollen: Eine ohne Müll, ohne Hausaufgaben, mit gemeinsamen Spiel, mit einer intakten Umwelt, damit man weiter auf Bäume klettern und draußen Fußball spielen kann.

Über 300 Kinder aus 35 Schulen und Kindereinrichtungen machten mit, die Filme zeigte Kanal 21, der auch die 23. Videoaktionswochen verantwortete, an einem Nachmittag im Cinemaxx. Am Ende stand fest: Die Kinder des Treffpunkts Oberlohmannshof haben gewonnen. Das löste große Begeisterung aus. "Ich kann es immer noch nicht fassen, dass wir gewonnen haben", sagt Elissa, eines der Kinder, die mitgemacht haben. Und Lilly überlegt: "Vielleicht hat die Jury inspiriert, dass wir in unserem Film eine Welt ohne Müll wünschen".

Die Kinder haben sich viel Mühe gegeben, Ideen für den Film gesammelt, mehrmals geprobt, zusammen mit Filiz Özdogan, Praktikantin im Treffpunkt, ein Drehbuch geschrieben, den Treffpunkt für den Film zu einem Klassenzimmer umgestaltet und dann an einem Nachmittag mit Jan Ctvrtnicek gedreht.

Die Wunschwelt ist für die Kinder auch noch nach der Premiere ihres Kurzfilms ein großes Thema: "Ich wünsche mir, dass alle Menschen Kinder bleiben"; sagt der zehnjährige Renas, "es macht keinen Spaß, wenn man groß wird und zum Beispiel Rechnungen bezahlen muss".

Die Filme und die darin ausgesprochenen Wünsche spiegeln die Lebenswirklichkeit der Kinder aus dem Oberlohmannshof, einem Quartier in Jöllenbeck, in dem vor allem Menschen mit geringen Einkommen leben. "Aber nicht nur das: In dem Film zeigen die Kinder auch Auswege und Lösungen, wie die Welt nicht nur für sie besser werden kann", sagt Heinz Kirchner, Leiter des Treffpunkts der Gesellschaft für Sozialarbeit (GfS). Der Film zeige die inhaltliche Auseinandersetzung der Kinder, zugleich hätten die Kinder viel Spaß gehabt, selber vor der Kamera zu stehen und einen Film zu entwickeln. "Das macht Medienpädagogik an der Basis mit Kindern so wertvoll", ergänzt Heinz Kirchner.

 

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