Helden besprechen den nächsten Schritt.

Helden feiern eine Party.

Entwickelten mit den Kindern das Heldenstück: die Theaterpädagogen Vincent Castor und Lisa Reese.

Helden helfen und halten zusammen

01.11.2019

Die Superhelden sind stark, können außergewöhnliche Dinge wie fliegen, besonders weit springen, sind besonders mutig, furchtlos, oftmals retten sie andere Menschen. Die Schurken, ihre Gegenspieler, sind zwar auch stark, aber böse, weil sie anderen Menschen schaden. Die Medien sind voll von diesem Spiel von Gut und Böse. Auch die 16 Kinder, die am Theaterprojekt im Treffpunkt Liebigstraße teilgenommen haben, haben ihre Helden. In der einen Woche ging es vor allem darum, selber Held zu sein. "Wir haben zunächst mit den Kindern überlegt, in welchen Situationen sie schon mal Helden waren", erläutert Vincent Castor, der das Projekt gemeinsam mit Lisa Reese als Theaterpädagogen der Landesarbeitsgemeinschaft Spiel und Theater in den Räumlichkeiten des Treffpunkts leitete. Das gemeinsame Überlegen beförderte viele kleine Geschichten zu Tage, etwa die, dass ein Kind eine Katze gefunden hat und in der Nachbarschaft herumfragte, wem sie gehört, damit die Katze wieder ihr Zuhause bekommt.

Aus den Erzählungen entwickelten sich im Laufe der Woche kleine, fantasievolle Szenen. Jedes der Kinder legte sich ein Alter Ego zu, ein zweites Ich für die Bühne. Klar, dass diese Figuren tolle, positive Eigenschaften bekamen. Die Aufführung am Freitag Nachmittag zum Abschluss der Woche, zeigte dann mit viel Energie, was die Kinder entwickelt hatten. Und auch sehr schön: Es ging nicht um den Kampf gegen das Böse, sondern darum, dass Helden zusammenarbeiten und sich gegenseitig helfen.

Als etwa zwei besonders starke Helden aus Versehen eine Wand zum Einsturz bringen, eilt das Zeichengirl herbei, welches die tolle Fähigkeit hat, durchs Zeichnen Dingen wieder eine Form zu geben. Sie malt eine neue Wand in die Luft, die starken Helden machen sich anschließend daran, die neue Wand zu bauen. In einer anderen Szene bricht ein Brand aus, das Vogelgirl versucht mit ihren Flügeln zu löschen, ein anderes Zaubergirl zitiert Wolken herbei, die dann abregnen.

Die Helden kennen sich, das wird am Beginn des Stückes deutlich, als sie zu einer Superheldenkonferenz zusammenkommen, sich kennenlernen, gemeinsam feiern. Wenn es kracht, wird ganz irdisch mobiltelefoniert und die anderen Helden helfen aus, nicht eitel, vielmehr solidarisch. Auch für Helden gilt: Gemeinsam geht es besser. Held zu sein bedeutet nicht einsam zu sein. Viele Dinge lassen sich nur gemeinsam lösen.

"Die Theaterwoche hat die Kinder dafür sensibilisiert, dass es möglich ist, im Alltag Held zu sein und dass das sehr wohl auch gesehen und anerkannt wird", sagt Erhan Kara, Leiter des Treffpunkts. Die Theaterwoche des Treffpunkts in Kooperation mit der Landesarbeitsgemeinschaft Spiel und Theater fand nun bereits im dritten Jahr statt, finanziell unterstützt durch das Landesministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration. Es habe gut funktioniert und Spaß gemacht, sind sich alle Beteiligten einig und setzen auf eine neue Theaterwoche in den Herbstferien 2020.

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