Heinz Kirchner (Treffpunkt Oberlohmannshof), Ulrich Hüttemann (Osthushenrich-Stiftung), Claudia Köhler (Fachbereichsleitung GfS), Benjamin Siquilini, Erhan Kara und Celina Awsi (alle Treffpunkt Oberlohmannshof) zusammen mit Kindern vor dem Start zu den Ferienfreizeiten.

Ferienfreizeiten für Bielefelder Kinder nur durch Stiftungsgelder möglich

22.07.2019

Gerade haben die Schulferien begonnen, schon sind 25 Kinder, die regelmäßig die Stadtteiltreffpunkte Oberlohmannshof, Stapelbrede und Liebigstraße der Gesellschaft für Sozialarbeit (GfS) unterwegs. Das ist keineswegs eine Selbstverständlichkeit. Denn die Kinder kommen allesamt aus einkommensschwachen Familien, die sich einen Sommerurlaub gar nicht leisten können.

15 Kinder fahren für zehn Tage zum Zelten auf einen Campingplatz in Polle an der Weser, die anderen zehn in ein Feriendorf im Extertal. Beide Orte sind schön gelegen und weit genug weg, um einen völlig anderen Alltag zu erleben. Die 7 bis 13-jährigen machen Kanutouren, gehen schwimmen, basteln, besuchen einen Freizeitpark und spielen, eben das, was Kinder im Urlaub gerne machen.

Möglich sind die Freizeiten, weil die Osthushenrich-Stiftung mit über 5.000 Euro fördert. Die Stiftung fördert vor allem Kinder, die in der Bildung benachteiligt sind, neben Kindern aus einkommensschwachen Familien auch Kinder mit Hochbegabung. "Wir freuen uns, die beiden Freizeiten ermöglichen zu können. In beiden Fahrten steckt viel ehrenamtliches Engagement, das fördern wir gerne", sagt Ulrich Hüttemann, Vorstand der Osthushenrich-Stiftung. Bei der Fahrt nach Polle fahren zwei junge Frauen, 17 und 19 Jahre, mit, die schon lange mit dem Treffpunkt verbunden sind. "Als wir die Geschwister kennenlernten, konnten sie kein Wort Deutsch. Inzwischen sind sie gut unterwegs und haben konkrete berufliche Pläne". In das Feriendorf nach Exter reisen zwei Mütter mit, eine davon wohnt gar nicht im Stadtteil, sie hat der Freizeit gehört und angeboten, sich zu engagieren.

"Die Vorbereitungen sind gewaltig. Aber das Team hat beschlossen, das wir das anpacken", sagt Heinz Kirchner vom Treffpunkt Oberlohmannshof. Die Zelte müssen von Jöllenbeck nach Polle geschafft werden, alleine das Küchenzelt misst rund zehn mal fünf Meter. Um alles an Ort und Stelle zu bekommen, sind mehrere Bullifahrten nötig, hin und später wieder zurück. "Den Campingplatz habe ich auf einer Radtour entdeckt, das ist jetzt 18 Jahre her", berichtet Heinz Kirchner. Seitdem heißt es einmal im Jahr im Sommer: Auf nach Polle. Erstmals fahren in diesem Jahr auch fünf Kinder des Treffpunkts Stapelbrede in Schildesche mit. "Die Fahrten sind erlebte Integration, das Miteinander steht im Mittelpunkt", sagt Claudia Köhler, Leiterin des Fachbereichs Kinder, Jugendliche, Gemeinwesen der GfS, "staatliche Mittel dafür gibt es nicht, ohne die Förderung durch die Stiftung wären sie nicht möglich".

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