Stimmungsvolles Licht, eindrucksvolle Choreografie: Die jungen Menschen zeigten, wie sie sich ihre Zukunft vorstellen.

Das Leben wie Musik

30.05.2019

Viel Musik und entsprechend viel Rhythmus prägte die Aufführung der Internationalen Klasse der Realschule Jöllenbeck im Alarmtheater. Sie bildete den Abschluss einer einwöchigen Projektwoche. Als das Projekt am Montag startete, lautete der Treffpunkt für die elf Jugendlichen aus den achten und neunten Klassen noch Jahnplatz, weil viele nicht wussten, wo das Alarmtheater überhaupt liegt. In den folgenden vier Tagen fanden die Jugendlichen den Weg dann selber. Dabei kamen sie aus allen Himmelsrichtungen. Denn obwohl sie die Realschule in Jöllenbeck besuchen, wurden sie stadtweit zugewiesen, wohnen also auch in Heepen oder Ubbedissen. Und noch eine Besonderheit gibt es: Die internationale Klasse ist eigentlich gar keine Klasse: Die Jugendlichen, die in der Regel Geflüchtete sind, hat die Realschule auf die Regelklassen verteilt. Ein solches Projekt bot also auch die Gelegenheit, mal wieder was zusammenzumachen.

Die Bedenken waren zu anfangs bei einigen groß. Wie sollen wir mit wenig deutscher Sprache ein Theaterstück aufführen? Theater, das war den Jugendlichen im klassischen Kontext bekannt, mit viel Sprache, oder vielleicht noch als Weihnachtsmärchen. Die Ängste lösen sich schnell auf. Das Alarm Theater-Team Diego Cancino und Rebecca Budde de Cancino ging den Weg über den Körper, und der spricht vor allem über Bewegung. Mit Musik geht es leichter und im Kollektiv sicherer. An den beiden Endpunkten – zu Beginn und am Schluss – liegen die Schauspieler am Boden, dazwischen erheben sie sich zu einem energiegeladenen Bogen, der deutlich macht: "Wir sind bereit". Und so haben sie in ihr Stück, dass sie zusammen mit der Regie innerhalb der viereinhalb Tage entwickelten, ihre Wünsche und Ziele eingewebt. "Ein gutes Leben" war einer der Wünsche – konkreter der andere "Fußballer zu werden".

"Die Woche ist gut gelaufen", freut sich Susanne Fleer, die als Schulsozialarbeiterin der GfS die Internationale Klasse der Realschule Jöllenbeck begleitet und auch selber an dem Theaterprojekt teilgenommen hat. "Mehr Selbstbewusstsein" sieht sie als eine Folge bei den Schülerinnen und Schüler nach dieser Woche. Rebecca Budde de Cancino zieht ebenfalls ein sehr positives Fazit: "Die Gruppe war total super, es war eine große Gemeinschaft, die Jugendlichen sind sehr herzlich miteinander umgegangen". Finanziert hat die Woche die Regionale Personalentwicklungsgesellschaft, kurz REGE, die einen eigenen Topf mit solchen Projekten aufgelegt hat, um auf das berufliche Leben vorzubereiten.

zum Newsarchiv >>