Enspannt auf der Wiese: Yoga.

Schwungvoll auf dem Schulhof: Zumba.

Akrobatisch in der Halle: Pia und Jana machen den Kopfstand.

Verkleidet aufs Polaroid: Fotoaktion im Flur.

Origami: Falten für den Frühling.

Miteinander tun, voneinander entdecken

01.04.2019

"Kinder nehmen durchaus schon Unterschiede wahr, bewerten diese aber nicht so sehr", sagt Miriam Esser, die seit Oktober 2019 den Offenen Ganztag (OGS) der Grundschule Vilsendorf leitet, "Bewertungen werden von außen an sie herangetragen. Dem wollen wir etwas entgegen setzen". Und so hat sich die OGS, die in Trägerschaft der GfS ist, nach 2018 zum zweiten Mal an den "Bielefelder Aktionswochen gegen Rassismus" beteiligt, wieder mit einem interkulturellen Frühstück.

Das Büffet ist selbstgemacht, die Eltern bringen es an diesem Samstag Vormittag mit. Es ist ein kunterbuntes Allerlei zwischen Zimtschnecke und Teigtaschen. Das Frühstück funktioniert als Ort, an dem sich vor allem Eltern begegnen können. Um das Essen und Quatschen herum laufen eine Reihe von Angeboten, angeleitet von OGS-Mitarbeitenden und auch Eltern, die sich was überlegt haben. Auf dem Flur falten Eltern und Kinder kunstvolle Origami, es werden frühlingshafte Tulpen in bunten Farben. Ein paar Meter weiter hat die OGS-Mitarbeiterin Bettina Heckmann eine Polaroid-Station aufgebaut. Auf dem Tisch liegen ein paar Sachen zum Verkleiden, für Kinder und Erwachsene. Polaroid ist retro und damit wieder in, das Ergebnis lässt sich nach einigem Pusten und Wedeln unmittelbar in den Händen halten.

Und noch ein bißchen weiter, in der Turnhalle, geht es sportlich zu. Achim Meise, der in der OGS die Sport-AG betreut, hat Tischtennisplatten zusammengeschoben. Auf der nun riesigen Platte stehen auf jeder Seite drei Spieler. Weiter in der Hallenmitte hängt an einem dünnen Faden ein Federball herunter. Ein dreijähriges Geschwisterkind schlägt danach, hat Spaß und übt seine Koordination. Draußen ist Zumba angesagt. Eva Morales gibt vor, die Kinder greifen auf und erobern sich den Raum mit Gefühl und schwungvollen Bewegungen.

Mit dem interkulturellen Frühstück bildet die OGS exemplarisch die Vielfalt der Menschen ab, die in Vilsendorf leben und deren Kinder die Grundschule besuchen. Rund ein Viertel von ihnen hat einen Migrationshintergrund. Der Tag selber zeigt einen Ausschnitt dessen, was Eltern und Kinder kulturell mitbringen.

Dazu passt das abschließende Yoga, bei schönem Wetter draußen auf der Wiese. Lema Nergiz, dessen Kind die OGS besucht, liest eine Geschichte und packt dann das Massageöl aus. Alle sind ganz entspannt und beseelt. "Yoga ist ein schönes Beispiel. Es ist sehr beliebt, sein Ursprung liegt aber in Indien. Das wissen Erwachsene, Kinder erfahren es unter anderem bei uns", berichtet Miriam Esser. Sie plant, das interkulturelle Frühstück auch im kommenden Jahr anzubieten.

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