Eröffneten das neue Büro (v.l.n.r.) Schirin Vahle, Stadtteilkoordinatorin, Jennifer Prachnau, Fachstelle für Flüchtlinge, Gunda Sokoll, Jö-Sp-En, Ferhat Kwasti Ali, Ute Joachim, Stadtteilkoordinatorin, Ingo Nürnberger, Sozialdezernent und Reinhard Heinrich, Bezirksbürgermeister.

Büro als kleines Quartierszentrum

31.01.2019

Die Fachstelle für Flüchtlinge, das Projekt Jö-Sp-En und die Stadttteilkoordination teilen sich nun eine Bürofläche in Jöllenbeck. Dabei handelt es sich um eine umgestaltete Wohnung in einem Mietshaus in der Orionstraße im Oberlohmannshof. Bis Sommer 2018 war dort und in der Wohnung darunter eine Kindertagesstätte untergebracht. Die Kita ist aufgelöst und in die Wohnung ist die Familie Kwasti Ali eingezogen. Ferhat Kwasti Ali hat sich sogleich nachbarschaftlich engagiert, zum Beispiel die neue Küche im Gemeinschaftsbüro montiert. "Einen Hausmeister haben wir nicht, um so dankbarer sind wir der Familie Kwasti für ihre vielfältige Hilfe", freut sich Ute Joachim, eine der Stadtteilkoordinatorinnen.

Dass die umgebaute Wohnung nicht nur Büroräume bietet, sondern auch eine Küche und einen Gemeinschaftsraum, verweist darauf, dass ein Quartierszentrum im Kleinstformat entstehen soll. "Unser Büro soll auch ein Ort sein, wo sich Menschen treffen, um gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen", sagt Ute Joachim. So gibt es neben einem Whiteboard und Beamer für Besprechungen und Schulungen eben auch eine Musikanlage, um auch mal feiern zu können. "Das Gemeinschaftsbüro stellt eine logische Weiterentwicklung ar, weil es Angebote räumlich zusammenführt. Und es ist ein Quartierszentrum im Kleinen", findet Sozialdezernent Ingo Nürnberger.

Großes Quartierszentrum soll kommen

Er bestätigt, dass die Stadt im Oberlohmannshof den Bau eines Quartierzentrums plant. "Wir arbeiten daran. Das Quartierszentrum wird noch vor Ende meiner Amtszeit 2023 hier stehen". Was noch nicht steht, ist ein Konzept für das Quartierszentrum. Den Kern werden aber wohl die bereits im Stadtteil bestehenden Angebote bilden.

"Mit dem neuen Gemeinschaftsbüro kommen verschiedene Ansätze zusammen. Wir können hier etwas für die Gemeinschaft auf die Beine stellen", freut sich Klaus Puschmann, Vorstandsvorsitzender der GfS. Die Gesellschaft für Sozialarbeit ist Träger mehrerer Angebote im Stadtteil, unter anderem der Stadtteilkoordination mit ihren beiden Mitarbeiterinnen Ute Joachim und Schirin Vahle. Im Flur stehen die Nähmaschinen für ein Nähangebot, das bereits stattfindet. Neu ist ein Montagscafé. "Das Café ist offen für alle, Spielzeug für die Kinder ist auch da", sagt Ute Joachim, "wir haben noch viel mehr Ideen und Pläne die wir hier in der Siedlung umsetzen möchten". Dies könnte etwa ein Gemüsegarten zwischen den Wohnriegeln sein.

Auch Jö-Sp-En und Fachstelle für Flüchtlinge sind erreichbar

Das REGE-Projekt Jö-Sp-En steht für eine interregionale Kooperation zwischen den Städten Enger, Spenge und Bielefeld. Es wird in Jöllenbeck von Gunda Sokoll vertreten. Für die Regionale Personalentwicklungsgesellschaft (REGE) bietet sie mittwochs von 9 bis 13 Uhr eine offene Sprechstunde in dem neuen Gemeinschaftsbüro in der Orionstraße 13 an. "Es geht um berufliche Fragen, auch Familiencoaching im Auftrag des Jobcenters Arbeitplus gehört dazu", erläutert sie. Sie vermittelt in Arbeit und Ausbildung, beantwortet arbeitsrechtliche und leistungsrechtliche Fragen zum Arbeitslosengeld II und vermittelt in Sprachkurse. In der umfunktionierten Wohnung plant sie weitere Aktivitäten, wie Workshops mit arbeitsmarktlichen Themen "auch über die Quartiersgrenzen hinaus". Die Menschen aus dem Quartier Oberlohmannshof, die bereits in ihre Sprechstunde gekommen sind, brächten viel Eigeninitiative mit, sagt sie. "Selbst Menschen mit schweren Traumata haben die Hoffnung nicht aufgegeben, ihr Leben verändern zu können. Wir machen hier Hilfe zur Selbsthilfe. Und: Wenn etwas gut funktioniert, gerne mehr davon".

Die dritte Einrichtung im Bunde ist die Fachstelle für Flüchtlinge. Die Einrichtung der Stadt berät Geflüchtete. "Wir vermitteln alltagspraktische Fähigkeiten und unterstützen das Bemühen um eine selbstständige Lebensführung. Dazu gehören zum Beispiel Hilfen bei der Beantragung von finanziellen Leistungen oder wir verweisen auf andere Beratungsstellen, etwa bei asylrechtlichen Verfahrensfragen", erläutert Jennifer Prachnau. Das Interesse an der Sprechstunde sei groß, sie findet mittwochs von 14 bis 16 und freitags von 9 bis 11 Uhr statt. Zuständig ist die Fachstelle für Geflüchtete, die in einer städtischen Wohnung untergebracht sind oder nicht länger als ein Jahr im eigenen Mietvertrag leben.

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