Die Auführung war geprägt durch Rhythmus und Bewegung.

Sprechende Zukunft

10.12.2018

"Wir haben am Anfang der Woche mit den Jugendlichen die Richtung festgelegt, in die das Projekt gehen soll", sagt Jonas Theobald, Theaterpädagoge und Schauspieler des Alarmtheaters. Herausgekommen ist: Zukunft ist allen wichtig. Noch wichtiger – und Teil einer positiven Zukunft – sei jedoch die Sprache, befinden die 12 Jugendlichen, neun junge Männer und drei junge Frauen. Sie besuchen die Internationale Klasse in der Hauptschule Jöllenbeck. Das einwöchige Theaterprojekt ist für sie eine große Chance und ein kreativer Erfahrungsraum.

Den Abschluss bildet am Freitag Mittag eine Aufführung im Alarmtheater. So viele Zuschauende sind gekommen, dass sogar noch Stühle herangebracht werden müssen. Rektor Hans-Jürgen Sager hatte dafür gesorgt, dass auch Schülerinnen und Schüler anderer Klassen die Aufführung besuchen konnten. Szenen wurden selbstständig erarbeitet, die dann die singend und tanzend auf der Bühne gezeigt wurden. Per Videozuspielung wird gekocht – in einer anderen Szene liest jemand aus dem Märchen Rotkäppchen vor. "Wir haben geschaut, was die Schüler draufhaben und ihre Talente in die Show eingebaut", erklärt Jonas Theobald.

Eingebaut wurde auch der Bielefelder Westen. Die Jugendlichen hatten den Auftrag, rauszugehen und sich umzuschauen. Was sie dort und anderswo persönlich erlebten, wurde Teil der Präsentation. Neben den individuellen Abschnitten traten die Jugendlichen, die aus vielen Ländern der Welt kommen, auch als Kollektiv auf. Sie tanzten gemeinsam Salsa, rappten und zeigten traditionelle Tänze aus Syrien.

Musik spielte bei der Aufführung eine große Rolle, genauso wie im Leben der Jugendlichen. Und immer wieder ging es auch um das Sprechen. In einer Passage trugen die Jugendlichen vor, welche Missverständnisse entstehen, wenn die Sprache noch nicht ganz beherrscht wird, etwa bei einem Praktikum beim Frisör. Wie die Haare schneiden, wenn man nicht genau versteht, was der Kunde will? Das kann Ärger geben.

Die Jugendlichen bekamen viel Applaus, ihre Aufführung war gut choreografiert, bewegt und bewegend. "Erstaunlich, was innerhalb nur einer Woche entstehen kann", freut sich Susanne Fleer, die als Schulsozialarbeiterin die Internationale Klasse der Hauptschule Jöllenbeck begleitet und selber an dem Theaterprojekt teilgenommen hat. Die Jugendlichen waren begeistert. Sie standen für eine Woche mit ihren Talenten im Mittelpunkt und genossen es, in der Gruppe mit Profis zu arbeiten.

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