20 Jahre im Herzen des Stadtteils

 

Der Treffpunkt Liebigstraße im Bielefelder Osten feiert am Samstag, 11. August, ein Sommerfest. Eingeladen sind Jung und Alt zu Spiel und Spaß.



Sein 20-jähriges Bestehen feiert der Stadtteiltreffpunkt Liebigstraße am Samstag, 11. August. Der Treffpunkt, der zur Gesellschaft für Sozialarbeit (GfS) gehört, findet sich im „5. Kanton“ zwischen Eckendorfer Straße und Bleichstraße. Er lädt alle Bewohner des Stadtteils ab 15 Uhr zu einem bunten Programm ein.

 

Wolfgang Wöhrmann, Leiter des Treffpunktes, ist bereits seit 1987 dabei. „Mütter, die vor 20 Jahren selbst als Kinder im Treffpunkt gespielt haben, bringen heute ihre Kinder in die Nachmittagsbetreuung“. Der Treffpunkt ist in einem Wohnhaus der Bielefelder Gemeinnützigen Wohnungsgesellschaft (BGW) untergebracht. 1987 startete die Stadtteil-Einrichtung in einer kleinen umgebauten Wohnung im Erdgeschoss der Liebigstraße 2. Inzwischen sind die Wände zu zwei Nachbarwohnungen durchbrochen, so dass der Treffpunkt rund 100 Quadratmeter Platz bietet.

 

Die sind auch nötig. 50 Kinder und 35 Erwachsene nutzen den Treffpunkt. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Betreuung von Kindern. Sie kommen nach der Schule, um mit Hilfestellung Hausaufgaben zu erledigen und dann gemeinsam zu spielen oder Ausflüge zu unternehmen. Neben der festen Gruppe, der „Bärengruppe“, kommen weitere Kinder dazu, wenn es auf den benachbarten Spielplatz geht. Immer mit dabei ist ein Erzieher aus dem Team. Für die drei Mitarbeiter mit ihren knapp zwei Stellen bedeutet dies jede Menge Arbeit.

 

So sind an der Vorbereitung des Sommerfestes auch 20 Anwohner eingebunden, die ehrenamtlich mitarbeiten. Sie haben die 200 Preise für die Tombola gesammelt. Sie bereiten kleine Ausstellungen über ihr Herkunftsland vor, backen Lahmacun oder werden am Samstag Nachmittag Kuchen verkaufen. Einige von ihnen waren als Kind selber im Treffpunkt. Oder sie nutzen ihn heute für Skat- und Rommé-Abende. „Einige kommen auch mit einer Diskette zu uns, um ihre Bewerbung zu gestalten“, weiß Wolfgang Wöhrmann über die ganz unterschiedlichen Absichten der Nutzer.

 

Der Treffpunkt ist beliebt im Stadtteil. Bis heute kooperiert er beispielsweise mit der benachbarten Volkening-Grundschule. Als Anfang der 90er Jahre der benachbarte Spielplatz wegen Dioxin-Verseuchung von der Stadt gesperrt wurde, hatten die Treffpunkt-Kinder keinen Ort mehr zum Draußen-Spielen. Eltern und Anwohner gingen auf die Barrikaden. Die Stadt sanierte schließlich den Spielplatz mit tatkräftiger Unterstützung einiger Eltern. Vor wenigen Jahren konnten Mitarbeiter und Anwohner verhindern, dass ein sri-lankische Familie, deren Kind den Treffpunkt besuchte, abgeschoben wurde. Bis heute wohnt die Familie im Stadtteil.

 

„Soziales Engagement ist wichtig“, sagt Wöhrmann. Er weiß, dass ohne die enge Anbindung an die Nachbarschaft und das Engagement vieler der Treffpunkt nicht so viele Angebote machen könnte. „Ich freue mich, wenn am Samstag alle kommen, die schon mal hier waren, sei es als Nutzer oder Mitarbeiter“. Das Fest, dass vor dem Haus auf der an dem Tag für den Autoverkehr gesperrten Liebigstraße stattfindet, bietet Unterhaltung für Jung und Alt. Am Nachmittag ab 15 Uhr kommen die Jongleure vom Duo „Double Trouble“, zeigen Treffpunktkinder Tänze aus der Türkei, Griechenland und Sri Lanka. Ein Spielmobil steht vor der Tür. Für die Erwachsenen werden Kaffee, Kuchen und selbstgemachte Spezialitäten etwa aus Kirgisistan gereicht. Eine Ausstellung lässt die 20 Jahre Treffpunktgeschichte Revue passieren. Abends ab 20 Uhr findet im Treffpunkt selber ein bunter Abend mit einem Aktionsspiel und Disko statt.

 

Weitere Informationen: Treffpunkt Liebigstraße 2, Telefon: 0521. 31531