25 Jahre und kein bisschen langsamer
Seit einem Vierteljahrhundert leitet Hella von Borstel die Seniorentanzgruppen der Gesellschaft für Sozialarbeit (GfS). Die Seniorinnen trainieren Kopf und Geist, und haben auch noch Spaß dabei.
Freundlich, aber bestimmt, dirigiert Hella von Borstel die rund 30 Seniorinnen über das Parkett im Cafe Komm der Gesellschaft für Sozialarbeit (GfS) in Bielefeld. Es ist Montag Nachmittag, also Tanzstunde. Viele der Frauen sind weit über 80 und kommen schon seit vielen Jahren zum Seniorentanz. Hella von Borstel, ausgebildete Tanzlehrerin beim Bundesverband für Seniorentanz, ist nun schon seit 25 Jahren dabei. »Und mir macht es noch heute großen Spaß«, sagt sie zum Jubiläum.
1982 begann Hella von Borstel, die selber gerne tanzt, ihre Kurse als Teil der offenen Altenhilfe. Gleichzeitig sah sie, die damals auch Besuchsdienste bei älteren Menschen machte, das viele Seniorinnen einsam, krank und arm zu Hause sitzen. Da lag die Idee einer eigenen Seniorentanzgruppe nahe. »Ich bin mit ihnen alt geworden«, blickt sie heute zurück – und macht dabei einen sehr lebendigen Eindruck.
Hüpfen und schnelle Drehungen gehen zwar nicht mehr, sonst aber ziemlich viel: Genaugenommen viel mehr als beim Standardtanz. Denn nicht nur zu zweit, auch auf einer Linie oder im Kreis tanzt ihre Gruppe. »Die Männer machen wir uns dabei selber«, sagt Hella von Borstel verschmitzt. Wer von ihr ein rotes Kordelband um den Hals gehängt bekommt, ist für diesen Tanz ein Mann. Männer sind nicht mehr vorhanden in ihren zwei Tanzgruppen. »Unsere letzten zwei mussten wegen Krankheit leider aufgeben«. Frauen, dies ist offensichtlich, bleiben länger in Form.
Und für Frauen, die sich nicht mehr so gut bewegen können, bietet Hella von Borstel dienstags alle zwei Wochen eine Sitztanzgruppe an. Da werden die Füße aufgesetzt und zur Seite geschwungen, auf den Schoß geklatscht, die Arme in die Luft gehoben. Das alles im Rhythmus und in einer festgelegten Abfolge. Und alle haben ihr Vergnügen. Die gesellige Bewegung tut sichtlich gut. Den Geist trainieren die Seniorinnen gleich mit, denn ohne einen wachen Kopf bekommt niemand die Bewegungsabläufe hin.
Die Frauen vom Seniorentanz kennen sich gut, viele Freundschaften sind über die Jahre entstanden. Hella von Borstel steht ihnen zur Seite: Sie kümmert sich um ihre Tänzerinnen. Fehlt eine, greift sie zum Telefon und fragt so lange nach, bis sie weiß, was los ist. Es könnte ja sein, dass es ein ernsthaftes Problem gibt. Viele Ältere leben schließlich alleine.
Die GfS ist froh, dass der Seniorentanz nun seit 25 Jahren unter seinem Dach stattfindet. »Wir gratulieren Hella von Borstel sehr herzlich für ihre engagierte Arbeit und hoffen, dass es noch einmal 25 Jahre werden«, sagt Uwe Reeske, Geschäftsführer der GfS.
Kontakt zum Seniorentanz-Angebot der GfS:
Eva Wessel, Telefon 0521/ 5 20 01 - 33



