Aktiv für die Bewohner
Kinderfest am Oberlohmannshof
Der Treffpunkt Oberlohmannshof feiert am 25. August sein jährliches Kinderfest. Es ist ein fester Bestandteil der Arbeit im Stadtteil, in dem viele Menschen mit Migrantionshintergrund leben.
„Wir wollen hier Lebensqualität schaffen“, sagt Frank Perlitz, Leiter des Stadtteiltreffpunkts Oberlohmannshof. Die Siedlung Oberlohmannshof liegt am Rande von Jöllenbeck. Neben Einfamilienhäusern stehen dort auch Wohnblöcke, in denen rund 1.700 Menschen leben.Viele von ihnen sind Migranten, vor allem aus der Türkei und aus den GUS-Ländern.
Der Stadtteiltreff der GfS (Gesellschaft für Sozialarbeit) ist mitten in der Siedlung in zwei miteinander verbundenen Wohnungen in der Orionstraße 5 untergebracht. Auf rund 140 Quadratmetern bietet ein kleines Team mit 2,5 Stellen den Bewohnern die Möglichkeit, sich Unterstützung zu holen oder auch sich gegenseitig zu helfen. Die „Hilfe zur Selbsthilfe“ ist dabei durchaus Programm. So organisieren Bewohner der Siedlung die Essensverteilung der Bielefelder Tafel, die zweimal in der Woche Lebensmittel anliefert. Der Stadtteiltreff stellt einen Keller alsVerteilstelle zur Verfügung, sorgt also für die Infrastruktur und berät zudem die Verteiler bei der Umsetzung der Arbeit.
Hauptzielgruppe der Arbeit sind allerdings Kinder und Jugendliche. Sie kommen wochentags in den Treffpunkt, um sich von den Sozialarbeitern bei den Hausaufgaben helfen zu lassen oder nutzen die Freizeitangebote. Basteln, gemeinsames Kochen, Ausflüge, Schwimmen, Fußball und die Ferienfreizeiten – das Programm ist abwechselungsreich.
Robinson ist nah
Dabei wird auch der Robinson-Spielplatz genutzt, der rund 400 Meter entfernt liegt. Dort steht auch eine Hütte des Treffpunkts, die sogar beheizbar ist und gerne für Feten gemietet wird. Am Robinson-Spielplatz kann dank einer kleinen Anhöhe im Winter auch gerodelt werden, im Sommer wird die Piste auch schon mal für eine Wasserrutsche genutzt.
Die Hütte auf dem Robinson-Spielplatz, immerhin 60 Quadratmeter groß, diente in den 1980er Jahren als erster Anlaufpunkt des Treffpunktes. „Wir haben hier zunächst als Streetworker begonnen. Dann bekamen wir die Hütte gespendet und arbeiteten dort. Mitte der 1980er Jahre sind wir dann in die Orionstraße gezogen“, erinnert sich Frank Perlitz, der wie sein Mitarbeiter Heinz Kirchner von Anfang an dabei ist.
Kleinkinder mit eigenem Bereich
Der Treffpunkt in der Orionstraße ist räumlich geteilt. Ein Bereich ist für Kleinkinder bestimmt. Zehn Kinder kommen an zwei Vormittagen in der Woche, die meisten von ihnen zwischen drei und vier Jahren. Sie haben keinen Kindergarten-Platz, und die Eltern nutzen das Angebot des Treffpunktes gerne. „ Es hat sich herumgesprochen, dass wir ein gutes Angebot machen“, freut sich Frank Perlitz.
Im Laufe der Jahre hat sich in der Arbeit des Teams einiges geändert. So gibt es heute ein Angebot namens „13plus“, bei dem Hauptschüler nach dem Unterricht in ihrer Schule gefördert werden. Andere Aktivitäten sind hingegen zurückgegangen. Früher gab es einmal im Monat ein Essensangebot, von Bewohnern des Viertels im Treffpunkt gekocht. Der Speiseplan war so international wie die Bewohner der Siedlung: Die Roulade – allerdings aus Rücksicht auf den muslimischen Glauben ohne Speck – wechselte sich friedlich mit Lahmacun ab. Das Angebot ist verschwunden. Auch die Kaffeerunde existiert nicht mehr.
„Viele Bewohner mit Migrationshintergrund leben anders. Sie kommen nicht unbedingt von alleine auf die Idee, den Treffpunkt zu nutzen“, sagt Perlitz. Zugleich weiß er, dass die Bewohner selbst es sind, die „am ehesten wissen was sich brauchen“. Eine Gratwanderung, bei der die Sozialarbeiter immer wieder versuchen, zu aktivieren. Und es ist auch nicht so, dass die Migranten, die inzwischen einen großen Teil der Bewohner der Siedlung ausmachen, den Treffpunkt nicht nutzen. In den Räumen trifft sich eine türkische Frauengruppe und finden Sprachkurse statt. Oder aber es kommt der Mieterbund, um die Bewohner zu beraten. Auch Konfliktmanagement findet im Treffpunkt statt. Die Sozialarbeiter leisten Sozialberatung und vermitteln an zuständige Einrichtungen.
Die Vernetzung greift
Gemeinwesenarbeit am Oberlohmannshof hat viel mit Integration zu tun. Bis heute gibt es einen Arbeitskreis „Soziale Arbeit Jöllenbeck“. 1993 gegründet, tauschen sich in ihm unter anderem der Treffpunkt, Kindergärten, Schulen, Bezirksvertretung und Polizei untereinander aus. „Die Vernetzung fördert das Miteinander“, weiß Frank Perlitz. Zum positiven Miteinander gehört auch, dass in Kürze in einer anderen Wohnung der Orionstraße Integrationskurse stattfinden werden. Dabei handelt es sich um eine Kooperation mit dem Familienzentrum Kita Oberlohmannshof, in die der Stadtteiltreff einbezogen ist. Außerdem gibt es eine gute Zusammenarbeit mit dem GAGFAH-Imobilien-Management, das die Wohnblocks verwaltet. So beteiligt sich die GAGFAH auch an dem Kinderfest.
Das Kinderfest des Treffpunktes im Sommer ist seit vielen Jahren fester Bestandteil des Angebots. Der Treffpunkt organisiert das Fest an der Buswendeschleife. Tatkräftige Unterstützung erhält er dabei von vielen Bewohnern der Siedlung. So kommt auch in diesem Jahr ein beachtliches Programm zusammen: Von der Hüpfburg über einen Sinnesparcours, Torwandschießen mit Geschwindigkeitsmessung oder einer Fahrradrallye ist viel Spaß nicht nur für Kinder angesagt.
Das Kinderfest Stadtteiltreff Oberlohmannshof findet an der Busschleife nahe des Treffpunktes am Samstag, 25. August, statt. Es beginnt um 13 und endet um 18 Uhr.


