Bewegung steht im Vordergrund

 

Zahlreiche Träger, die Schulkinder betreuen, wollen am 5. September ein großes Spiel- und Sportfest veranstalten. Die beteiligten Einrichtungen sollen dann auch Bewegungskisten für ihre Einrichtungen erhalten. Hierfür suchen die Veranstalter noch Sponsoren.

 

 

Über 400 Aktive haben sich bereits angemeldet, bis zum 5. September sollen es noch mehr werden: Dann veranstalten Träger von Offenen Ganztagsschulen (OGS), Horten und Stadtteiltreffpunkten in Bielefeld das erste gemeinsame Spiel- und Sportfest an der Radrennbahn unter dem Motto „Kinder in Bewegung“.

 

Zu den Veranstaltern gehören die Gesellschaft für Sozialarbeit e.V. (GfS), Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Bielefeld e.V. (AWO), Stadt Bielefeld, DRK Kreisverband Bielefeld e.V., Evangelischer Gemeindedienst Bielefeld e.V., die Falken Bielefeld, SKM in Bielefeld e.V., Bielefelder Sportbund, Sportjugend und Elternvereine – insgesamt werden bei dem Fest mehr als die Hälfte aller Einrichtungen, die Schulkinder betreuen, mitmachen.

 

Insgesamt 5000 Kinder besuchen in Bielefeld vor und nach der Schule eine Betreuungseinrichtung. Sie bleiben in der Schule und werden nachmittags durch OGS-Angebote begleitet, sie gehen in einen der sechs noch verbliebenen Horte oder kommen in einen der Stadtteiltreffpunkte.

 

Bei dem bunten Fest wollen Kinder, Erzieherinnen und Sozialpädagogen zeigen, was und wie in den Einrichtungen gearbeitet wird. Den Kindern soll das Fest vor allem Spaß machen, etwa beim großen Fußballturnier, dem Bühnenprogramm, das die Kinder mitgestalten und bei verschiedenen Mitmach-Aktionen.

 

Zugleich soll das Fest auch darauf aufmerksam machen, was die Einrichtungen trotz verbesserungswürdiger Rahmenbedingungen leisten. „Die Zahl der Horte ist in den vergangenen Jahren in Bielefeld von 20 auf sechs zusammengestrichen worden“, berichtet Kirsten Hopster, Kinder- und Jugendkoordinatorin bei der AWO, „das Geld ist nur zum kleinen Teil in den Offenen Ganztag der Grundschulen geflossen“. Die Bedingungen in der OGS seien von Anfang an schlechter gewesen als in den Horten. Es gebe zu wenig Personal – und oft seien die Räumlichkeiten unzureichend.

 

„Trotz einiger Neubauten sind die Räume mancherorts schon wieder zu klein“, sagt Dirk Bergmann, der die zwei OGS der Falken koordiniert. Die Kinderzahlen in den OGS würden nach oben schnellen, „wenn wir sie denn unterbringen könnten“, ergänzt Kirsten Hopster. Bielefeld sei bei der OGS-Finanzierung im Landesvergleich „im unteren Fünftel anzutreffen“.

 

Nicht nur die Zahl der Eltern, die ihre Grundschul-Kinder betreuen lassen wollen, nimmt zu. Auch die Probleme wachsen: „Wir beobachten immer mehr Kinder mit Erziehungsdefiziten, entsprechend auch Eltern mit mangelhafter Erziehungskompetenz“, sagt Frank Perlitz, Leiter des Stadtteiltreffpunkts Oberlohmannshof der GfS. Die Stadtteilpunkte bieten eine Erziehungsbegleitung bis zur Jugend, darin unterscheiden sie sich vom Offenen Ganztag an Grundschulen. „Eine Familie mit fünf Kindern begleiten wir entsprechend über viele Jahre, weil alle Kinder nach und nach in unsere Einrichtung kommen“, berichtet Frank Perlitz. Die Leistungsverträge zwischen Stadt und Stadtteiltreffpunkten laufen allerdings im nächsten Jahr aus. Sie sind jeweils auf vier Jahre angelegt.

 

Die Träger stellen auch fest, dass Kinder sich immer schlechter bewegen. „Mehr Kinder als früher sind motorisch auffällig“, erläutert Kristina Schiel, OGS-Koordinatorin an der Fröbel-Schule. Dazu zähle, dass viele Kinder nicht mehr über eine Bank laufen oder Purzelbäume schlagen könnten. Nach Untersuchungen spielt nur noch jedes dritte Kind jeden Tag im Freien. Laut Schuleingangsuntersuchungen hat bereits jedes vierte Kind, das in die Grundschule kommt, einen Fernseher in seinem Zimmer.

 

Das Fest stellt die Bewegung in den Mittelpunkt. Das Motto des Festes „Kinder in Bewegung“ ist mit dem Stadtsportbund abgesprochen, der sich selbst auch an dem Fest beteiligen wird. Ein bleibendes Ergebnis des Festes sollen Bewegungskisten sein. Diese sollen in möglichst großer Zahl den beteiligten Einrichtungen zur Verfügung gestellt werden. Darin enthalten sind Bälle, Balance-Seile, Ballspiele, Springseile, eben alles, womit Bewegung Spaß macht. 200 bis 500 Euro kostet so eine Kiste. Hierfür suchen die Veranstalter noch Sponsoren. „Zudem möchten wir Menschen gewinnen, die die Schirmherrschaft für die Veranstaltung übernehmen und in ihren Zusammenhängen um Unterstützung für unser Fest und unsere Ziele werben“, sagt Frank Horn, stellvertretender Geschäftsführer der GfS.

 

Weitere Informationen bei Frank Horn, GfS, Telefon 0521. 5200163 oder Kirsten Hopster, AWO, Telefon 0521. 5208910