Bereit für die Herausforderung

 

 

 

Kerstin Münder leitet künftig die Abteilung Beratung der GfS. Sie tritt in die Fußstapfen von Konrad Rühling.

 

 

„Es ist eine große Herausforderung, eine solche Stelle anzutreten“, sagt Kerstin Münder, „und ich freue mich darauf.“ Die 34-jährige Diplom-Psychologin und Gestaltberaterin übernimmt die Abteilung Beratung der Gesellschaft für Sozialarbeit (GfS) von Konrad Rühling, der die Einrichtung vor 31 Jahren mit aufgebaut und seither geleitet hat. „Wir sind glücklich, eine so kompetente neue Mitarbeiterin gewonnen zu haben, die die psychosoziale Landschaft in Bielefeld sehr gut kennt“, freut sich Uwe Reeske, Geschäftsführer der GfS.

 

Kerstin Münder bringt Praxiserfahrung aus unterschiedlichen Arbeitsfeldern mit. So war sie in Bielefeld unter anderem schon für die AIDS-Hilfe, für den Verein EigenSinn, der sich um die Prävention von sexualisierter Gewalt an Mädchen und Jungen kümmert, und für die Psychologische Frauenberatung tätig. Zuletzt arbeitete sie bei Wildwasser e.V. in Minden. Dort beriet sie Mädchen, Frauen, Angehörige und Fachkräfte zum Thema sexualisierte Gewalt und begleitete ratsuchende Mädchen und Frauen im Rahmen von Strafverfahren zum Gericht und zur Polizei.

 

Bei der GfS leitet Kerstin Münder künftig den Psychologischen Beratungsdienst in der Marktstraße und die Stadtteilberatungsstellen in Stieghorst und Baumheide, ein Kooperationsprojekt mit der AWO. Ratsuchende finden in diesen Einrichtungen Unterstützung durch Ehe- und Lebensberatung, Erziehungs- und Sozialberatung. Die Beratung erfolgt kostenlos - und wenn gewünscht - auch anonym. Alle Berater unterliegen der Schweigepflicht. „Es geht bei uns darum, Dinge an- und aussprechbar zu machen“, sagt Kerstin Münder. Zum Team gehören zwölf in Beratung und in Psychotherapie qualifizierte Mitarbeiter. Kerstin Münder ist von der Kompetenz ihres künftigen Teams überzeugt: „Ich finde es toll, in ein so qualifiziertes und vielfältiges Team zu kommen“.

 

Druck auf der Arbeit, Probleme in der Liebesbeziehung oder mit den Eltern, der Verlust einer nahe stehenden Person: das Spektrum der Krisen ist breit. Damit aus einer Lebenskrise keine langfristige Störung entsteht, ist frühzeitige Hilfe besonders wichtig. In die Beratung kommen Einzelne, aber auch Paare und Familien. „Wir  versetzen uns in die Lage der Menschen“ sagt Kerstin Münder „und schauen gleichzeitig aus unserer fachlichen Perspektive. Da entsteht ein Raum, in dem sie sich mit ihren Sorgen und Anliegen verstanden fühlen und in dem neue Blickwinkel entstehen können. Wir überlegen gemeinsam mit den Ratsuchenden, welche nächsten Schritte zur weiteren Entlastung und Klärung nötig sind.“ Eine anspruchsvolle Aufgabe. Denn von dem ersten Gespräch hängt viel ab. Nur wer sich verstanden fühlt, wird wieder kommen. Und manchmal ist zu entscheiden, ob dringende Hilfe nötig ist. Signale dafür müssen manchmal eher zwischen den Zeilen gelesen werden.

 

Gezielte Beratung für junge Menschen

 

Finanzielle Nöte und persönliche Probleme führen auch bei immer mehr jungen Menschen zu Krisen, in denen sie Unterstützung und Orientierungshilfen brauchen. In Zeiten von Arbeitslosigkeit und schwierigen beruflichen Perspektiven werden diese Probleme für manche zum Stolperstein. So geschieht etwa die Hälfte der Ausbildungsabbrüche aus persönlichen Gründen. Manche Kündigung oder fehlgeschlagene Bewerbung könnte durch gezielte Beratung vermieden werden. „In der Beratung können Fragen der persönlichen Entwicklung und Reifung – wer bin ich und wo will ich hin – ebenso eine Rolle spielen wie die Erarbeitung konkreter Lösungsmöglichkeiten für schwierige und konflikthafte Situationen am Arbeitsplatz“, sagt Kerstin Münder. Hier will sie gemeinsam mit ihrem Team ansetzen.

 

 

Der Psychologische Beratungsdienst ist unter der Telefonnummer 0521. 13 24 15 zu erreichen, die offene Sprechstunde findet mittwochs von 16 bis 18 Uhr statt. Mehr Informationen: www.gfs-bielefeld.de